• Lahmheitsdiagnostik
  • Mobiles Röntgen & Ultraschall
  • Gelenksbehandlungen
  • IRAP & PRP

Um die Ursache einer Lahmheit genau herauszufinden sind häufig die Zusammenarbeit zwischen Reiter, Tierarzt und Hufschmied gefragt. Wie bei allen anderen Erkrankungen ist nur mit einer genauen Diagnose eine zielgerichtete Therapie möglich.

Der Bewegungsapparat  ermöglicht Pferden Höchstleistungen. Diese werden durch einen hohen Spezialisierungsgrad und mechanische Stabilität erreicht. Dadurch sind die Regeneratiosleistungen erheblich eingeschränkt. Somit sind Erkrankungen ein häufiger Grund warum Pferde beim Tierarzt vorgestellt.

Klinische Lahmheitsdiagnostik

Die klinische Untersuchung ist der zweite Schritt jeder Lahmheitsuntersuchung. Davor wird zusammen mit dem Reiter/ Betreuer des Pferdes ein ausführlicher Vorbericht aufgenommen. Dieser beinhaltet Nutzung, Alter, etwaige Vorerkrankungen sowie jetzige Nutzung. Danach folgt die eigentliche klinische Untersuchung (Palpation, Adspektion) in Ruhe, im Schritt, Trab und Galopp auf hartem und weichem Boden.
Während dieser Phase der Untersuchung werden auch Beuge- bzw. Provokationsproben durchgeführt. Wenn es der Ausbildungszustand zulässt, wird das Pferd auch geritten untersucht. Sollte durch diesen Untersuchungsschritt noch keine Ursache für die Lahmheit gefunden werden (wie z.B. ein vermehrt gefülltes Gelenk oder verdickte, schmerzhafte Sehnen) folgt eine Besonderheit der orthopädischen Untersuchung, die auch nur beim Pferd durchgeführt wird, die diagnostische Anästhesie. Hierbei wird, ähnlich wie beim Zahnarzt, ein Lokalanästhetikum an Nervenbahnen bzw. in Gelenke appliziert. Dadurch wird in bestimmten Bereichen die Reizweiterleitung unterbrochen. Ist das Pferd also nach einer solchen diagnostischen Injektion lahmfrei, so ist die Lahmheit auf einen kleinen Bereich am Bein eingegrenzt. Diese eingegrenzten Bereiche werden dann mit anderen diagnostischen Maßnahmen (Röntgen, Ultraschall) untersucht.

Röntgen

Die Röntgentechnik ist die am häufigsten und längsten eingesetzte diagnostische Bildgebung beim Pferd. Sie ermöglicht die Darstellung der Knochenkontur und Struktur. Eingeschränkt ist auch eine Aussage über Weichteilgewebe möglich. In der MH Pferdepraxis wird die neuste Röntgentechnik eingesetzt. Sie ermöglicht eine komplett kabellose Erzeugung von Röntgenbildern innerhalb von Sekunden auf der Stallgasse. Die Bilder können sofort bewertet werden und auf Ihren Wunsch  per Email verschickt werden oder eine CD/ USB- Stick übertragen werden. Auch ist es mit unserer neusten Technik möglich den Hals und den Rücken des Pferdes radiologisch zu untersuchen.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung stellt einen elementaren Teil fast jeder Lahmheitsdiagnostik dar. Sie wird hauptsächlich zur Beurteilung von Weichteilgeweben (Sehnen, Bänder) verwendet und stellt somit einen idealen Partner zur Röntgendiagnostik dar. Seit einigen Jahren werden auch Gelenke des Rückens und des Halses sowie verschiedene Gelenke der Gliedmaße mit Hilfe des Ultraschalls untersucht. MH Pferdepraxis verwendet die neuste humanmedizinische Technik. Damit ist es möglich selbst kleinste Sehnen- und Gelenkknorpeldefekte darzustellen.
Ein weiterer Einsatzschwerpunkt des Ultraschalls in unserer Praxis ist die Ultraschallunterstützte Injektion von Sehnen und Gelenken. Hiermit kann punktgenau ein Sehnendefekt mit zB. PRP oder Stammzellen behandelt werden oder sicher das Iliosacralgelenk (ISG) behandelt werden.  Auch findet das Ultraschallgerät in der Diagnostik von Augenerkrankungen seine Anwendung. Zu diesem Thema lesen mehr unter Augenheilkunde.

Kernspintomographie

Ein weiteres Bildgebendes Verfahren im Komplex der Lahmheitsdiagnostik des Pferdes ist die Kernspintomographie. Dieses Verfahren ermöglicht eine detaillierte und sehr genaue Darstellung von Knochen- und Weichteilgeweben. Damit ist die Kernspintomographie sehr gut für die Diagnostik im Hufbereich geeignet, da hier sehr viele kleine Sehnen/ Bänder und Gelenke auf engem Raum liegen und der ganze Bereich durch die Hufkapsel anderen diagnostischen Verfahren verborgen bleibt. Mit speziellen System ist auch eine Untersuchung des Kopfes und des Halses möglich.
Im Moment gibt es zwei Systeme, die in der Pferdeorthopädie eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich in Magnetfeldstärke und hauptsächlich darin, dass die Pferde in Hochfeldtomographen in Narkose gelegt werden müssen wohingegen in einem Niedrigfeldsystem eine Untersuchung am stehenden, spedierten Pferd möglich ist. Beiden Systemen gemeinsam ist, dass sie ausschließlich in spezialisierten Kliniken betrieben werden können. Die Kernspintomographie stellt aber einen festen Bestandteil meiner Arbeit dar, da ich mehrere Jahre während meiner Arbeit in der Pferdeklinik Burg Müggenhausen mit einem Niedrigfeldsystem arbeiten durfte. Dazu kommen noch mehrere Fachartikel und meine Dissertation, die sich mit der Darstellung von Gelenkknorpeldefekten im Niedrig-und Hochfeldsystem beschäftigt hat

Orthopädische Therapie

Nach durchgeführter Lahmheitsuntersuchung mit Diagnosestellung folgt eine lokale und/ oder systemische Therapie. Vorweg muss man  sagen, dass es die eine Spritze, durch die Alles wieder gut wird, leider nicht gibt. Die Therapie bei orthopädischen Erkrankungen ist immer ein Zusammenspiel von Ruhe, Belastungsänderung, Beschlag und lokaler und systemischer, medikamentöser Therapie.

Gelenksbehandlungen

  • Hyaluronsäure und Kortison

Die Kombination dieser beiden Wirkstoffe stellt die am längsten und besten untersuchte und erprobte Behandlung von Gelenken dar. Beide Präparate wirken entzündungshemmend und damit schmerzlindernd im Gelenk. Kommt es zu einer Traumatisierung eines Gelenks oder setzen degenerative Mechanismen ein, reagiert der Pferdekörper immer ziemlich ähnlich. Er schickt bestimmte Immunzellen in das Gelenk. Diese Zellen sollen sich den entstandenen Schaden „anschauen“ und möglichst reparieren. Dabei produzieren sie Stoffe, die abgestorbene Zellen auflösen. Leider greifen diese Stoffe auch gesundes Gewebe an. Das führt zu weiterem Schmerz der dann wieder weitere Zellen „anlockt“. Des weiteren weissen Gelenke eine weitere Besonderheit auf. Die Immunzellen, die zur Reparatur in das erkrankte Gelenk gekommen sind können dieses sehr schlecht verlassen. Somit entsteht ein Teufelskreis. Sehr effektiv zur Durchbrechung dieses Kreislaufs hat sich die Kombination aus Hyaluronsäure und Kortison erwiesen. Die verschieden stark wirksamen Kortisonpräparate inaktivieren die Immunzellen und durchbrechen so den Entzündungskreislauf. Hyaluronsäure selbst ist auch entzündungshemmend. Wichtig ist hier aber ein anderer Aspekt. Ein entzündetes Gelenk produziert mehr, minderwertige Gelenkflüssigkeit. Dieses führt einmal zu einem erhöhten Druck im Gelenk und die verminderten Schmiereigenschaften erhöhen die Reibungskräfte des Gelenkknorpels. Diesem Prozess wirkt die bei der Behandlung in das Gelenk gespritzte Hyaluronsäure entgegen. Deshalb ist die Hyaluronsäure Bestandteil jeder Gelenkbehandlung der MH Pferdepraxis. Neben der lokalen Therapie sind aber auch noch weitere Aspekte wichtig für eine erfolgreiche Therapie. Diese sind Ruhe: wie oben besprochen, zielt die Therapie auf eine Entzündungshemmung ab damit eine Heilung möglich ist. Wichtig ist, dass man den Pferden nach erfolgter Therapie genügend Zeit zur Ausheilung gibt. So brauchen zB. Knorpeldefekte einige Monate bis sie mit Ersatzknorpel aufgefüllt sind. Die Dauer der Belastungspause richtet sich hier bei welche Diagnose gestellt wurde. Auch der Beschlag spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der Therapie und in der Vorbeugung von weiteren orthopädischen Erkrankungen. In der MH Pferdepraxis wird aufgrund der Untersuchungsergebnisse und in Zusammenarbeit mit ihrem Tierarzt ein passender orthopädischer Beschlag entwickelt.

Behandlungen mit Körpereigenen Produkten

  • Autolog konditioniertes Serum/ IRAP/ ABPS

Wie im Absatz oben beschrieben spielen Entzündungen eine zentrale Rolle bei orthopädischen Erkrankungen. Sie werden von Körper nach Beginn einer Erkrankung in Gang gesetzt. Der Körper hat aber auch die Möglichkeit eine Entzündung wieder einzudämmen und Schaden am gesunden Gewebe zu verhindern. Zu diesem Zweck schwimmen im Blut körpereigene Enzündungshemmende Stoffe. Diesen Umstand kann man sich für die Gelenksbehandlung zur Nutze machen. Mit einem speziellen Spritzensystem werden 60ml Blut abgenommen. In dieser Spritze befinden sich Glaskugeln, die mit Wachstumsfaktoren für die körpereigenen Stoffe überzogen sind. Das abgenommen Blut wird über 20h in einem Wärmeschrank gelagert. Danach wird mit einer speziellen Zentrifuge das Serum gewonnen und portioniert. Eine solche Gelenksbehandlung beseht aus drei Injektionen alle 10 Tage. Diese Behandlungsmethode wird in der MH Pferdepraxis vor allem nach Arthroskopien und bei jungen Pferden verwendet. Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann sprechen Sie uns bitte an.

Sehnenbehandlungen

Sehnen sind hochspezialisierte Gewebe. Sind sind ähnlich wie der Gelenkknorpel aus unterschiedlichen Kollagenfasern angeordnet. Man kann sich die Anordnung der einzelnen Kollagenfasern ähnlich der eines Stahlseils vorstellen. Viele, sehr dünne Fasern ergeben ein extrem reißfestes Gewebe. Bei einem Sehnenschaden zerreißen meist einige Fasern und die Reißfestigkeit der Sehne ist beeinträchtigt. Ziel einer jeden Sehnenbandlung sollte es sein, die zerrissenen Fasern und die ursprüngliche Anordnung der Fasern wiederherzustellen. Dieses kann über verschiedene Wege erreicht werden. Neben der lokalen Therapie spielen auch hier weitere, begleitende Faktoren eine wichtige Rolle. So sollte eine engmaschige Ultraschallkontrolle des Sehnenschadens erfolgen, damit die Belastung (Schrittprogramm) immer an die Heilung anpassen kann. Nur bei einer an die die Heilung angepassten Belastung kann sich stabiles Sehnengewebe bilden.

  • PRP/ Osteokin/ platelet enriched Plasma

Mit dieser Methode werden im Moment die besten Ergebnisse im Bereich der Sehnenbehandlung erzielt. Ähnlich wie beim IRAP/ ACS wird PRP aus dem eigenen Blut des erkrankten Pferdes gewonnen. Durch die spezielle Behandlung des Blutes wird die Anzahl von Thrombozyten erhöht. Thrombozyten erhalten verschiedene Wachstumsfaktoren und körpereigene Entzündungshemmende Stoffe.Mit dem von der MH Pferdepraxis verwendeten System wird dem Pferd im Stall das Blut steril mit Hilfe einer Doppelspritze abgenommen und vor Ort in einer Zentrifuge aufbereitet. Danach kann das PRP unter Ultraschallkontrolle direkt in den erkrankten Teil der Sehne/ Band gespritzt werden.